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Archiv für die 'Im Dialog' Kategorie

„Wer nicht mehr strebt, wer nicht mehr lernt, der lasse sich begraben.“ (Ernst von Feuchtersleben)
 
Auch wer sich begraben lässt, strebt noch – nach dem Tod.

„Der Wert einer Idee liegt in ihrer Umsetzung.“ (Thomas Alva Edison)
 
Es sind schon so viele schlechte Ideen umgesetzt worden. Haben sie dadurch an Wert gewonnen?

„Kaum mehr als ein Drittel der gewerblichen Arbeiter lebt in befriedigenden Einkommensverhältnissen.“ (Hans von Berlepsch, 1906)
 
Na, bald sind wir ja vielleicht wieder so weit…

„Ein guter Aphorismus ist die Weisheit eines ganzen Buches in einem einzigen Satz.“ (Theodor Fontane)
 
Ein guter Aphorismus ist die Weisheit eines ganzen Lebens in einem einzigen Satz.

„Wenn die Regierung das Volk fürchtet, herrscht Demokratie. Wenn das Volk die Regierung fürchtet, herrscht Tyrannei.“ (Thomas Jefferson)
 
Das verhält sich wohl doch etwas komplizierter… Gerade der Tyrann fürchtet das Volk, und auch in der Demokratie kann die Regierung Unfug treiben, der das Volk (berechtigt) ängstigt.

„Wir haben ganz schwach begonnen und dann ganz stark nachgelassen.“ (Klaus Augenthaler)
 
Das sind Gefilde, in die Normalsterbliche freilich nicht gelangen…
 
(Lit.: Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs. 1111 Kicker-Weisheiten, hochsterilisiert von Arnd Zeigler.)
 
Dabei kann Auge es doch. Zum Beweis dies Traumtor:
 

„Optimismus ist nur ein Mangel an Information.“ (Heiner Müller)
 
Optimismus ist gewöhnlich nur ein Mangel an Information. Hat man’s begriffen, kann man wahrhaft optimistisch werden. Wird man’s nicht, ist Optimismus Pflicht.
 
(Lit.: Heiner Müller: Krieg ohne Schlacht. Leben in zwei Diktaturen.)
 
Gene Hamm: The Optimist Song
 
 

„Macht darf nur jemand haben, der eine Sache für richtig hält und durchsetzen will.“ (Enoch zu Guttenberg, Vater des Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg, in: Welt Kompakt, 18.02.2010, Berlin, Nr. 34, S. 14.)
 
Wer hält seine Sache nicht für richtig?
 
(Lit.: Heinrich Popitz: Phänomene der Macht.)

„Sieg ist eine unglaubliche Lust. Eine Frau kann einem diese Befriedigung nicht geben.“ (Boris Becker)
 
Dann sollte Frau Becker (vulgo Lilly Kerssenberg) schleunigst zusehen, dass sie ihrem Mann ein Turnier veranstaltet…
 
Boris mal nicht ganz so ernst gegen den iranischen Spaßvogel Mansour Bahrami:
 
 
 
(Lit.: Boris Becker: Augenblick, verweile doch…)

„Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert, nicht mit schlechten.“ (George Bernard Shaw)
 
Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert, aber der Weg zum Himmel nicht mit schlechten. Und auf Erden pflastert man sich so durch.
 
***
 
Madonna und Timberlake bedienen sich des Shaw-Zitats übrigens in ihrem Song…
 

 
(Lit.: Shaw für Boshafte. Ausgewählt von Thomas Kluge.)

„Das Schweigen des Volkes ist eine Lehre für die Könige.“ (Ludwig XV.)
 
Das Schweigen des Volkes sollte eine Lehre für die Könige sein. – So viel zum Thema ‚Nichtwähler‘.
 
(Lit.: Sylvia Jurewitz-Freischmidt: Galantes Versailles. Die Mätressen am Hofe der Bourbonen.)

„Ich bin kein Heiliger!“ (Silvio Berlusconi, 2009)
 
Bloß, muss es gleich das Gegenteil sein?
 
Aber illegale Einwanderer und schöne Albanerinnen einmal ausgenommen: Was wäre, wenn Robert Musil mit seinem Satz aus dem Mann ohne Eigenschaften Recht hätte: „Die Tugenden der Gesellschaft sind Laster für den Heiligen.“ Dann stünden Berlusconis Chancen auf die Heiligkeit doch gar nicht so [...]

„Ich brauche keine Bequemlichkeit. Ich will Gott, ich will Poesie, ich will wirkliche Gefahren und Freiheit und Tugend. Ich will Sünde!“ (Aldous Huxley, Schöne neue Welt)
 
Pubertät oder Genie?
 
(Lit.: Aldous Huxley: Schöne neue Welt.)

„Es ist schwer, ein Volk zu regieren, das 246 Käsesorten hat.“ (Charles de Gaulle)
 
Wenn es schon schwer ist, ein Volk zu regieren, das 246 Käsesorten hat, wie schwer ist es dann, ein Volk zu regieren, das 5000 Biersorten hat?
 
(Lit.: Knut Linsel: Charles de Gaulle und Deutschland 1914-1969.)