Aphorismus zu einem Zitat Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergis über Ethik, Ästhetik und das Schöne
26. Januar 2010, von Matthias Pleye
„Ethik ist die Lehre vom Schönen in uns, Ästhetik die Lehre vom Schönen um uns.“ (Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi)
Ethik ist der Versuch, das Hässliche in uns via Ratio gemeinschaftsfähig zu machen.

Och, ich würde deinen Aphorismus nicht unterschreiben. Aber darum soll’s mir nicht gehen. Ich frage mich vielmehr: Schreibst du gern mal Aphorismen über Aphorismen? Ist ja an sich eine lustige Sache. Ein Meta-Aphorismus. :-D
Nein, besser: Ein Metaphorismus. Jetzt denk’ mal über die ganzen Bedeutungsebenen in DIESEM Wort nach!
Hach,…und sowas noch am späten Abend.
Ein äußerst bissiger und homophober Aphorismus – aber amüsant!
Liebe Grüße
Helmut
@Addliss: Spannende Idee! Du bist echt zu was fähig in den späten Abdendstunden. ;) Noch habe ich nicht viele ‘Metaphorismen’ geschrieben…
@Helmut_Maier: Bissig? Vielleicht. Homophob? Nein. Ich wollte doch nur realistisch sein. ;)
@Helmut Meier
Ich verstehe überhaupt nicht, was an diesem Aphorismus homophob sein soll. Könnten Sie das näher erläutern?
@Addliss (und vielleicht auch an Matthias):
Da muss ich mich entschuldigen: Ich muss da in meinem Kopf vielleicht etwas neu ordnen. Ich ging mit der Benützung von ‘homophob’ n i c h t vom griechischen ‘homos’ aus, wie es in ‘homosexuell’ verwendet wird (homos=gleich [etwa vom Geschlecht her]), sondern vom lateinischen ‘homo=Mann/Mensch. Dass ich da fast durchweg falsch liege, kam mir beim Gebrauch von ‘homophob’ gar nicht in den Sinn.
Ich hätte also für das, was ich sagen wollte, ‘misanthropisch’ verwenden können: menschenfeindlich. Das hätte aber meine gewünschte Aussage nicht ganz getroffen, weil ich ja auch ausdrücken wollte, dass da eine Angst mitspielt (hier: die Angst, dass es ganz üblich geworden ist unter den ‘Menschen’, das Hässliche in uns gemeinschaftsfähig zu machen). Ich habe ‘homophob’ also (wissenschaftlich offenbar ziemlich unüblich) in Analogie zu ‘xenophob’ verwendet. Dass ich mich da sehr missverständlich, ja, fast falsch ausgedrückt und damit Probleme bereitet habe, tut mir leid.
Liebe Grüße
Helmut
@Helmut_Maier: So hatte ich’s verstanden. Aber trotzdem habe ich Deine Auseinanderlegung der Begriffe mit Genuss gelesen.
@Addliss: Deine Verwunderung kann ich aber auch verstehen, denn heute wird der Begriff ‘homophob’ wohl üblicherweise eher im Sinne von “eine starke [krankhafte] Abneigung gegen Homosexualität habend, zeigend” gebraucht. So sagt’s jedenfalls der Duden.
Und was das Hässliche im Menschen betrifft, bin ich durchaus optimistisch, dass es sich in Schönes verwandeln lässt. Aber ob die Ethik dafür das richtige Mittel ist, weiß ich nicht, will sie aber auch nicht kleinreden.
@Helmut Maier (diesmal richtig)
Danke für die Erläuterungen. Auf diese Deutung von “homophob” kam ich gar nicht, sie leuchtet aber ein. Sicher ist das Wort besetzt, aber mir fiele für Menschenangst auch nichts besseres ein. Denn “Xenophobie” meint für mich auch eher die Angst vor andersartigen Menschen, nicht vor Menschen allgemein.