Wilfried Bommert: Kein Brot für die Welt. Die Zukunft der Welternährung
3. November 2009, von Matthias Pleye
Wilfried Bommert ist ein reisefreudiger Journalist und Agrarwissenschaftler. Nun hat er ein Buch über den Hunger geschrieben. Seine These ist: Wenn sich nichts tut, werden binnen Jahrzehnten Milliarden Menschen zu wenig zu essen haben.
Wahrscheinlich hat Bommert Recht. Auch die UN sieht die Welt bekanntlich vor einem ‘Jahrhundert des Hungers’. Diese Einschätzung darf allerdings nicht vergessen machen, dass auch heute schon mehr als ein Sechstel aller Menschen unterernährt sind, nicht zuletzt deshalb, weil die Preise für Nahrungsmittel steigen, besonders auf der Südhalbkugel. Wenn ich jetzt zu Recht wütend werden wollte, berichtete ich Euch von den Rohstoffspekulanten an den Börsen.
Bommert führt Euch durch die Kontinente und erklärt Euch weitere Ursachen des Hungers:
- Die Weltbevölkerung wächst rapide.
- Wasser wird knapp.
- Durch Erosion, Stürme, Versalzung, Dürren werden viele der landwirtschaftlich nutzbaren Böden (nicht mehr als elf Prozent der Erdoberfläche) zerstört.
- Pflanzen, die man anbaut, um Bio-Sprit zu erzeugen, nehmen Mais oder Weizen den Platz weg.
- Immer mehr Menschen essen Fleisch. Um Fleisch zu ‘produzieren’, muss man aber (viel) Getreide verfüttern, das dann den Armen fehlt.
- Der Klimawandel verstärkt vieles noch negativ.
- Die reichen Staaten treiben eine ungerechte Handelspolitik, und in den armen Staaten herrschen oft Cliquen, die ‚ihre‘ Völker ausbeuten.
Dazu kommt die schwindende Artenvielfalt, die Oligarchie der Agrarkonzerne und Saatguthersteller, unzureichende Forschungsmittel für den Kampf gegen den Hunger…
Bommert denkt, nicht die industrielle, sondern die kleinbäuerliche Landwirtschaft, von der 1,5 Milliarden Menschen abhängen, sei der wesentliche Ansatzpunkt für die Lösung des Hungerproblems.
Terroranschläge, Naturkatastrophen, das Liebesleben von Berlusconi: All das mag schrecklich sein. Aber eigentlich müsste der Tagesschau-Sprecher jeden Tag sagen: “Und auch heute starben weltweit wieder 50.000 Menschen an Hunger und Hungerfolgen. – Und jetzt das Wetter…” Doch welche Medien interessierten sich in unserer hysterisierten Gesellschaft angemessen für das Unspektakuläre? Wenn der Hunger eine Neverland-Ranch besäße, wäre er vielleicht schon besiegt. So traurig ist unsere Welt.
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RT @Gedankenpflug Wilfried Bommert: Kein Brot für die Welt. Die Zukunft der Welternährung: http://bit.ly/3LTHKM. Ein Lektürehinweis.
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